Monitoring mit alarmierendem Stromverbrauch: Trendumkehr nur mit mehr Investitionen und günstigen Erneuerbaren möglich

Pressemitteilung, 17.9.2025

Berlin, 15.09.2025. Das heute vom Wirtschaftsministerium veröffentlichte Energiewende-Monitoring sendet mit Blick auf seine nach unten korrigierte Stromverbrauchsprognose ein alamierendes Signal. Übersetzt in Klartext, sagt es der deutschen Wirtschaft weniger Investitionen, eine schwächere Konjunktur und einen verlangsamten Hochlauf von Zukunftstechnologien voraus. Zu dieser Einschätzung kommt die Stiftung KlimaWirtschaft in einer heute veröffentlichten Einordnung des Gutachtens. Um dem Trend des Gutachtens etwas entgegenzusetzen, fordert die Stiftung eine zügige Reaktion von Seiten der Politik.

Primäres Ziel der Regierung sollte es laut Stiftung sein, bessere Bedingungen für eine sichere Versorgung mit ausreichend Erneuerbarer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen zu organisieren. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Unternehmen die von der Politik auf Termin eingeforderte Transformation liefern können. Um das Ziel günstiger und nachhaltiger Energie zu verwirklichen, führe laut Stiftung kein Weg an einem zügigen Ausbau von Netzen, Speichern, Erneuerbaren, der Elektrifizierung und der Wasserstoffwirtschaft vorbei. Wie das mit Blick auf anstehende Gesetzesentscheidungen gelingen kann, zeigt die Einordnung der Stiftung anhand von verschiedenen Vorschlägen auf.

Um Kosten bei der Energiewende zu sparen, empfiehlt die CEO-Initiative darüber hinaus die Effizienz des Erneuerbaren-Ausbaus zu erhöhen und die Erneuerbaren besser ins Stromsystem zu integrieren. Geeignete Maßnahmen dafür seien beispielsweise die Einführung zeitvariabler Netzentgelte, Anreize zur Flexibilisierung, ein Fokus auf Freiflächen-PV und der Abbau regulatorischer Hürden bei Speichern, Smart-Metern oder der Netzanschluss-Überbauung.

Sabine Nallinger, Vortändin der Stiftung KlimWirtschaft:

„Dass Deutschland laut des Gutachtens weniger Strom verbrauchen wird als erwartet, ist ein Alarmsignal für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft! Dieser Trend bedeutet nichts anderes als eine sich weiter vertiefende Deindustrialisierung – vor allem in den zukunftsfähigen Märkten, die auf Strom basieren. Die Verbrauchsprognose darf kein Anlass für ein „Durchatmen“ bei der Energiewende sein, sondern muss als klarer Auftrag an die Regierung verstanden werden, jetzt mehr in einen effizienten Ausbau, Smart-Meter, Batteriespeicher, Wasserstoffwirtschaft und die Elektrifizierung von Gebäuden und Verkehr zu investieren. Aus Sicht der Wirtschaft braucht die Energiewende jetzt einen Herbst der Entscheidungen, der die Probleme löst und nicht aufschiebt. Das schafft Wachstum und bringt die Transformation voran. Um die Investitionsbedingungen am Standort zu verbessern, müssen die Kosten der Energiewende runter – das ist richtig! Die Ausbau-Ziele zu senken, wäre aber nicht der richtige Hebel, da selbst das Gutachten von einem steigenden Strombedarf gegenüber heute ausgeht.“

Daniel Hufeisen

Simon Vogelsang

Senior Referent für Kommunikation

E-Mail: simon.vogelsang@klimawirtschaft.org

Telefon: +49 (0)176 3443 9600

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