Merz muss sich hinter „Made in Europe“ stellen

Pressemitteilung, veröffentlicht am 11.02.2026

Im Streit um Europas Handelspolitik bietet der EU-Gipfel die Chance, die Weichen frühzeitig auf „Made-in-Europe“ zu stellen und der Industrie damit aus der Krise zu helfen. Friedrich Merz sollte sich auf dem EU-Gipfel für einen möglichst ambitionierten Entwurf des IAA und „Made-in-Europe“ einsetzen.

Berlin, 11.02.2026. Im Vorfeld des EU-Regierungscheftreffens am 12. Februar ist ein Streit um Europas Handelspolitik entbrannt. Im Fokus steht dabei unter anderem der Industrial Accelerator Acts (IAA). Kritiker warnen vor Abschottung. Zahlreiche Unternehmen und EU-Präsidentin Ursula von der Leyen stellten sich mit Briefen hinter das Gesetz und darin enthaltene „Made in Europe“-Kriterien. Über staatliche Aufträge für nachhaltige Produkte von heimischen Herstellern könnten die den Schutz vor unfairem Wettbewerb erhöhen. Für viele Industrieunternehmen ein Hoffnungsschimmer.

Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung KlimaWirtschaft:

„Im Streit um Europas Handelspolitik bietet der EU-Gipfel die Chance, die Weichen frühzeitig auf „Made-in-Europe“ zu stellen und der Industrie damit aus der Krise zu helfen. Friedrich Merz sollte sich auf dem EU-Gipfel für einen möglichst ambitionierten Entwurf des IAA und „Made-in-Europe“ einsetzen. Statt einer Handelspolitik, die unlauteren Wettbewerb schweigend hinnimmt, braucht es endlich eine Antwort, die Unternehmen mehr Schutz bietet.

Der IAA setzt an der richtigen Stelle an: Eine Beschaffungspolitik, die nachhaltige Produkte von heimischen Herstellern priorisiert, hilft bei der Transformation, sichert Jobs und kurbelt Innovationen an. Die Sorge vor Abschottung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der aktuelle Vorstoß den Binnenmarkt grundsätzlich offenhalten und öffentliche Gelder primär für strategische Sektoren einsetzen würde.

Bloße Beschwerden bei der WTO reichen aufgrund politischer Blockaden leider nicht mehr aus. Europa muss eine eigene Antwort auf amerikanische Zölle und chinesische Subventionen finden. Ein ambitionierter IAA kann das leisten. Das Risiko, dass der Entwurf des IAA in den Verhandlungen zum zahnlosen Bürokratiemonster wird, ist hoch. Friedrich Merz sollte den EU-Gipfel nutzen, um sich für eine wirksame und bürokratiearme Umsetzung stark zu machen.

Pressekontakt

Simon Vogelsang

Sprecher für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: simon.vogelsang@klimawirtschaft.org

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