Koalitionsausschuss zum GEG: Klare Entscheidungen statt neuer Hängepartien

Pressemitteilung, 11.12.2025

Berlin, 11.12.2025.

Der Koalitionsausschuss von Union und SPD einigte sich gestern auf einen Fahrplan zur Neuordnung der Gebäudeenergiestrategie in Deutschland. Die Inhalte des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes, dem Nachfolger des Gebäudeenergiegesetzes, bleiben offen. Hierzu sagt Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung KlimaWirtschaft: 

„Es ist zu begrüßen, dass endlich Bewegung in den festgefahrenen Streit um das Gebäudeenergiegesetz kommt. Die nun angekündigte Abschaffung des Heizungsgesetzes wird jedoch zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen – Zeit, über die die Branche angesichts stagnierender Investitionen, unsicherer Auftragslagen und wachsender wirtschaftlicher Risiken nicht verfügt. Gleichzeitig eröffnet das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz die Chance, die Gebäudepolitik grundlegend zu ordnen und einen konsistenten, langfristigen Fahrplan zur Klimaneutralität zu entwickeln. Entscheidend ist nun, dass das neue Gebäudemodernisierungsgesetz nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt. Wir brauchen weniger Streit, mehr Richtung – und klare Entscheidungen statt neuer Hängepartien.“ 

Aus Sicht der Stiftung KlimaWirtschaft muss ein Gebäudemodernisierungsgesetz drei zentrale Punkte erfüllen:

1.    EPBD-Umsetzung, GEG-Nachfolge und Förderlogik bündeln

Deutschland braucht eine Gebäudeenergiestrategie aus einem Guss:

  • eine schnelle Umsetzung der Vorgaben aus Europa
  • ein abgestimmtes Zusammenspiel aus Förderung (BEG-Reform) und Ordnungsrecht
  • Preissignale, die Investitionen auslösen, sprich einen koordinierten Übergang des BEHG in den ETS 2 ohne Abbruchkante.

2.   Regulierung vereinfachen und Produktivität steigern

Um die Kosten am Bau zu senken und Sanierungen skalierbar zu machen, muss die neue Gebäudeenergiestrategie:

  • Normen entschlacken,
  • die Bauordnungen harmonisieren,
  • digitale Genehmigungsverfahren ausrollen,
  • industrielle Bau- und Sanierungsverfahren stärken.

3. Eine klare Datenbasis für Steuerung, Planung und Monitoring schaffen

Die Einführung einer nationalen Gebäudedatenbank – wie von der EPBD verlangt – ist zentral, um:

  • Investitionen gezielt zu steuern,
  • Emissionen verlässlich zu bewerten,
  • Monitoring und Fortschrittskontrolle zu ermöglichen.

Mit dem heutigen Beschluss hat die Koalition die Chance eröffnet, aus einem jahrelangen Streit auszusteigen und den Weg für eine moderne, effiziente und sozial ausgewogene Gebäudepolitik zu ebnen. Jetzt kommt es darauf an, diese Chance entschlossen zu nutzen.

Daniel Hufeisen

Simon Vogelsang

Senior Referent für Kommunikation

E-Mail: simon.vogelsang@klimawirtschaft.org

Telefon: +49 (0)176 3443 9600

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