EU-Rat und ETS: Review-Prozess nicht kurzfristig aufs Spiel setzen

Pressemitteilung, veröffentlicht am 18.03.2026

Vor dem EU-Ratstreffen erhöhen steigende Energiepreise den Druck auf kurzfristige Anpassungen des Emissionshandels (ETS1). Laut EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra könnte die Marktstabilitätsreserve ein sinnvoller Hebel sein, um auf die derzeitigen Preisanstiege zu reagieren. Die Stiftung kommentiert den Vorschlag.

Berlin, 18 März 2026. Angesichts steigender Energiepreise in Folge des Irankriegs ist der politische Druck auf den Emissionshandel vor dem EU-Ratstreffen am Donnerstag und Freitag gestiegen. Als kurzfristige Maßnahme kündigte EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra gestern eine Anpassung der Marktstabilitätsreserve im Emissionshandel (ETS1) an. Zuvor gab es Gerüchte, dass der Rat bei seinem Treffen auch umfassendere Änderungen am ETS1 vornehmen könnte. Der ETS1 wird aktuell einem standardmäßigen Review-Prozess unterzogen. Viele Unternehmen erhoffen sich dabei zielgenaue Nachjustierungen, die die Dekarbonisierungswirkung des ETS mit dem derzeitigen Druck im internationalen Wettbewerb in Einklang bringen. Die Ergebnisse des Reviews sollen bis spätestens Juli vorliegen. Stiftungsvorständin Sabine Nallinger kommentiert den Vorgang.

Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung KlimaWirtschaft:

Review-Prozess:
Nallinger: „Für die Planungssicherheit der Wirtschaft ist es wichtig, dass an dem Review-Prozess zum Emissionshandel festgehalten wird – zügig, aber geordnet. Ein Vorgreifen des Rats zur langfristigen Zukunft des ETS könnte dagegen zu unnötiger Unruhe mit finanziellen Schäden für die Wirtschaft führen. Solche Entscheidungen dürfen nicht vorm Hintergrund der aktuellen Krise übers Knie gebrochen werden.

Energiepreiskrise:
Nallinger: „Die steigenden Energiepreise setzen die energieintensive Industrie unter Druck. Der Vorschlag der Kommission zur Marktreserve und den Benchmarks könnte kurzfristig Abhilfe schaffen. Auf lange Sicht hilft aber nur ein schneller Ausbau der Erneuerbaren Energien, um sich von Energiepreiskrisen auf den internationalen Märkten zu lösen. Den Vorschlag zur vorgezogenen Nutzung von Einnahmen für den Übergang begrüßen wir ausdrücklich.“

Pressekontakt

Simon Vogelsang

Sprecher für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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