KlimaWirtschaft im Dialog

Energiepolitischer Branchendialog

Die aktuelle Energiekrise zeigt deutlich: Ohne wettbewerbsfähige Strompreise, kein attraktiver Wirtschaftsstandort. Was also kann getan werden, um Energiekosten und Abhängigkeiten in Deutschland strukturell zu verbessern? Darüber haben wir als Stiftung Klimawirtschaft mit Vertretern aus der Energiewirtschaft und Industrie gesprochen. Die energiepolitische Debatte ist derzeit unter Druck, da mit dem EnWG, EEG und laufenden Prozessen der BNetzA einige regulatorische Rahmenbedingungen neu ausgerichtet werden sollen. Die anstehenden Änderungen berühren dabei zentrale Geschäftsmodelle von Erzeugern, Netzbetreibern, Finanzierern und Abnehmern gleichermaßen.

Als Stiftung ist für uns klar: Nur Erneuerbare Energien schaffen auf Dauer günstige Strompreise, Resilienz und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Noch aber sind die Kosten des Systems zu hoch. Wie gelingt es, die Kosten zu senken und fair zu verteilen, ohne von den Klimazielen abzurücken? Unser energiepolitische Branchendialog hatte das Ziel, verschiedene Perspektiven zur Energiewende an den Tisch zu bringen, um konkrete und kompromissfähige Impulse für die energiepolitische Agenda zu entwickeln. Mit dabei waren Vertreter von Alterric, EnBW, Vattenfall, Green Planet Energy eG, Deutsche Energie-Agentur dena, Marktoffensive Erneuerbare Energien, DIW Berlin, Amprion, TenneT, Heidelberg Materials, Wacker Chemie, Salzgitter AG, Papier- und Kartonfabrik Varel, STRABAG, DEUTSCHE ROCKWOOL, Messer SE & Co. KGaA, BNP Paribas Deutschland und der GLS Bank.

Treffen mit Rita Schwarzelühr-Sutter: Wie Investitionen anreizen für die Industrietransformation?

Viele Unternehmen haben sich längst auf dem Weg zur Klimaneutralität gemacht haben und bauen hier Business-Modelle der Zukunft auf. Derzeit aber stehen zentrale Errungenschaften des unternehmerischen Klimaschutzes unter Druck. Die Folge? Etablierte Technologieführer geraten ins Hintertreffen, bereits getätigte Zukunftsinvestitionen werden entwertet, geplante Modernisierungsprojekte stehen zunehmend zur Disposition.

Vor diesem Hintergrund diskutierten Vertreter:innen der Stiftung KlimaWirtschaft und ihrer Förderunternehmen gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMUKN, Rita Schwarzelühr-Sutter, zur Frage, wo die Gelingensbedingungen für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie liegen. Im Austausch konnten wir deutlich machen:

  • Unternehmen wollen klaren industriepolitischen Rahmen: Klug ausgestaltete politische Vorgaben können Innovationen anstoßen, Investitionen mobilisieren und Märkte etablieren.
  • Ganzheitliche Industriepolitik als Erfolgsfaktor: Wirksame Instrumente wie Klimaschutzverträge, Leitmärkte oder der Emissionshandel entfalten ihre volle Kraft nur im effizienten Zusammenspiel. Wird ein Baustein geschwächt oder entfernt, leidet die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems.
  • Attentismus schafft kein Wachstum: Wenn die Unsicherheit wächst, werden Investitionen aufgeschoben oder ganz verworfen. Ohne klare industriepolitische Leitplanken, bleiben daher selbst die stärksten Investitionsanreize wirkungslos.
  • Internationale Wettbewerber schlafen nicht: Während Deutschland diskutiert, verfolgen wichtige Wettbewerber ihre industriepolitischen Strategien mit Klarheit, Konsequenz und langfristiger Perspektive. Deutschland droht so zunehmend den Anschluss an zentrale Zukunftsmärkte zu verlieren.